Am vergangenen Donnerstag war die Heinlochrunde unterwegs in Bretten. Knapp 20 Mitglieder der Heinlochrunde unternahmen in Bretten einen sehr interessanten Rundgang durch die Altstadt.  Die Führung begann auf dem historischen Marktplatz mit Erläuterungen zur Wappenwand am Alten Rathaus. Direkt daneben steht ein beeindruckendes rotes Sandsteingebäude das Melanchthonhaus. Mit seiner Errichtung wurde im Februar 1897 anlässlich des 400. Geburtstages des in Bretten geborenen Reformators und Humanisten Philipp Melanchthon begonnen. Weiter ging es dann in nördlicher Richtung zum mächtigsten Bauwerk der mittelalterlichen Brettener Stadtbefestigung, dem Pfeiferturm.  Zeitweilig diente der Pfeiferturm als Gefängnis. Früher war der Turm nur über den Wehrgang der Stadtbefestigung zu erreichen. Nächste Station war die Stiftskirche, das älteste und bedeutendste Gotteshaus Brettens. Ihr frühester Baubestandteil ist der Turm, bei dem davon auszugehen ist, dass er schon zu Beginn des Hochmittelalters Wehrturm oder gar Bergfried einer kleinen Stadtburg war, die als innerster Kern der Stadtverteidigung diente. Das gotische Stilelemente aufweisende Kirchenschiff ist so an den Turm angebaut, dass dieser noch in das Schiff hineinragt. Lange war das Gotteshaus eine von Katholiken und reformierten Protestanten gemeinsam genutzte Simultankirche. Vorbei am Amtshaus, dem heutigen Amtsgericht mit Notariat Bretten ging die Führung zum neuen Rathaus und weiter zur Kreuzkirche, das zweite protestantische Gotteshaus der Brettener Altstadt. Deren Erbauung geht auf das Jahr 1687 zurück, als Lutheraner und Reformierte noch getrennte Konfessionen waren und die Brettener Lutheraner zunächst keine eigene Kirche hatten. Die Tragik der Zeit führte dazu, dass die auch Lutherkirche genannte Kreuzkirche schon zwei Jahre nach ihrer Fertigstellung ein Opfer des großen Stadtbrandes wurde. Nach dem Ende des Pfälzer Erbfolgekrieges wurde sie wieder aufgebaut und verfügt über eine wunderschöne Innenausstattung im Stil des ländlichen Barocks. Hier hatten die Heinlochrundler noch das Glück, dass gerade ein Bläserensemble in der Kirche für ein Konzert probte und eine extra Kostprobe für die Kieselbronner gab. Nächste Station war am sogenannten Hundlesbrunnen. Dieser wurde 1880 errichtet, ist mit dem kurpfälzischen und dem badischen Wappenschild geschmückt und wird von einer weiteren, sehr naturalistischen Darstellung des „Brettener Hundles“ bekrönt. Von hier aus waren es nur noch wenige Schritte bis zum Ende der Stadtführung, dem Schweizer Hof. Das heutige Gebäude stammt nach den Ergebnissen der bauhistorischen Datierung aus dem Jahre 1707 und damit aus der Wiederaufbau-Ära nach dem Stadtbrand. Im Mittelalter befand sich an der Stelle der Brettener Zehnthof des in der Region reich begüterten Nonnenklosters Frauenalb. Aus dieser Zeit stammen auch noch die mächtigen und weitläufigen Kellergewölbe unter dem Schweizer Hof, die schon für sich allein eine Sehenswürdigkeit darstellen. Von 1997 bis 2001 wurde der Schweizer Hof von der Bürgerinitiative Brettener Heimat- und Denkmalpflege ehrenamtlich saniert Kraichgau und Stromberg präsentiert. Seit Oktober 2007 ist in den beiden oberen Stockwerken das „Deutsche Schutzengel-Museum“ zu finden. In der Gaststätte im Erdgeschoß ließen sich dann die Heinlochrundler zum Abschluss der Führung durch Bretten noch ein kühles Bier und ein Essen schmecken.

 

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