Mitte September waren 11 Männer der Freitagsturner im Jahr ihres 50.-jährigen Bestehens zum Wandern bzw. Radfahren im Ahrtal. Organisiert wurden die 3 Tage von Roland Frei für die Wanderer und Harry Coblenzer für die Radfahrer. Nach der gut 3-stündigen Anreise, incl. einer Vesperpause mit Wurst, Käse und Sekt neben der Moselbrücke auf der A 61, und dem Einchecken im Hotel „Rodderhof“ in Ahrweiler, ein ehemaliges Kloster, ging es auch gleich zur sportlichen Betätigung.

Die Radler der Freitagsturner vor dem Stadttor von Ahrweiler
7 Radfahrer fuhren auf dem Ahrtal-Radweg abwärts bis zur Mündung in den Rhein bei Sinzig-Krippen und dann weiter, vorbei am Friedensmuseum „Brücke von Remagen“ bis nach Remagen. Nach einer kurzen Mittagspause im Biergarten des Brauhauses von Remagen ging es bei sehr sonnigem Wetter auf einer etwas anderen Route zurück zum Hotel nach Ahrweiler. Die Fahrstrecke an diesem Nachmittag betrug knapp 50 km. Unterwegs wurde an unzähligen Informationstafeln immer wieder Bilder der Flutkatastrophe vom Juli 2021 angeschaut. Wenn man das kleine Flüsschen Ahr mit so wenig Wasser, wie an diesem Tag sah, kann man kaum glauben, dass im Juli 2021 solche Wassermassen durch das Tal schossen. Die damals beschädigten Wohnhäuser sowie die Infrastruktur, wie Wege, Brücken, Straßen und Bahnstrecken sind größtenteils aufs Feinste wieder renoviert bzw. hergestellt.
4 Wanderer erkundeten am ersten Tag auf dem „Rotwein Wanderweg“ die nähere Umgebung von Ahrweiler. Sie wanderten auf die Höhen, der oft sehr steilen Weinberge. Dort war die Weinlese in vollem Gange und man kam mit dem einen und anderen Winzer ins Gespräch über den diesjährigen Wein. Eingekehrt wurde in einer wunderbaren Höhengaststätte mit weitem Talblick und guten Wein.

Freitagsturner mit der „Burgundia“ und dem Bachus von Ahrweiler
Nach dem vorzüglichen Grillbuffet im Hotel hieß es dann noch „auf zum Ahrweiler Weinfest“ in die Altstadt. Hier wurden von der Gruppe in geselliger Runde gute Ahrweine verkostet.
Der zweite Tag für die Wanderer begann mit einer kleinen Bahnfahrt nach Rech. Danach musste dann an dem Oberlauf der Ahr gelaufen werden. Für die Teilnehmer war es immer wieder erstaunlich, wie die Ahrtäler ihr von der großen Überschwemmung von 2021 stark in Mitleidenschaft gezogenes Tal schon wieder aufgebaut haben. Der Wirt und Winzer in einer Gaststätte konnte dann als“ Zeitzeuge“ auch sehr genau erzählen, wie die Flut vor fünf Jahren in wenigen Stunden große Zerstörungen sowohl an der Landschaft als auch an den Häusern angerichtet hatte. Interessant war dabei, wie trotz des großen Leids der Anwohner heute wieder Zuversicht herrscht. Es war für die vier Teilnehmer eine wunderbare kleine Ahrtalwanderung, abseits der Touristen, bei der sie viel erlebt haben.
Für die Radfahrer hieß es am 2 Tag das Ahrtal hoch, bis ins 30 km entfernte Schuld. Erster Stopp war beim Dokumentation Zentrum „Fotoausstellung Ahr, Flut, Welle, Katastrophe“. Weiter ging die Radtour auf dem zum Teil schon gut ausgebauten Ahrtal Radweg über Mayschoß. Altenahr, Kreutzberg, Brück, Hönningen bis nach Schuld. Da die Ausschilderung des Radweges durch diverse Bauarbeiten noch viele Umleitungen hatte und diese teilweise schlecht ausgeschildert sind, musste die Gruppe manchen Kilometer durch „Umkehren“ zusätzlich fahren. Auf dem Rückweg wurde am Nachmittag im wunderschönen Biergarten des „Landhotel Ewerts“ eine Kaffeepause eingelegt. Bei der Rückkehr im Hotel Rodderhof zeigt der Tacho am Rad 65 gefahrene Kilometer an.
Auch dieser zweite wunderschöne Tag für die Wanderer und Radfahrer klinkte nochmals auf dem Ahrweiler Weinfest aus.
Am 3. Tag ging es gemeinsam in die „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“
In der Mitte des idyllischen Ahrtals versteckt sich unter den Weinbergen von Ahrweiler, direkt am „Rotwein-Wanderweg“ gelegen, ein riesiger Atomschutzbunker aus der Zeit des Kalten Krieges. Bei einer 90-minütigen Führung durch die unterirdischen Welten des Bunkers erhielt man einen Einblick in die Originalschauplätze und erfuhr spannende Geschichten rund um die damalige Zeit. Das Museum präsentiert eine umfangreiche Dokumentation und Originalgegenstände am Originalschauplatz, die über ein bedeutendes Kapitel deutscher Geschichte informieren. Dieses Kapitel war Teil eines weltweiten Drohszenarios der Supermächte im Osten und Westen. Die gesamte Anlage ist 17 km lang. Im Kalten Krieg hat die westdeutsche Regierung eine gewaltige Bunkeranlage gebaut, um die wichtigsten Entscheidungsträger im Falle eines Atomschlags zu schützen. Über 936 Schlaf- und 897 Büroräume auf rund 88.000 Quadratmetern Fläche gab es hier; fast 3.000 Menschen hätten im Regierungsbunker bis zu 30 Tage ausharren können. Zwischen 1960 und 1971 wurde der Bunker fertiggestellt, in den 90er Jahren außer Betrieb genommen und von 2001 bis 2006 zurückgebaut. Rund 203 Meter des einstigen unterirdischen Labyrinths wurden als Museum im Originalzustand belassen. Hier sind auf 2 Ebenen u.a. zu sehen, Schlafraum des Bundespräsidenten, Sitzgruppe des Bundespräsidialamts, Zahnarztpraxis, Arztzimmer, Krankenzimmer, Schlafräume der Abgeordneten, Waschräume, Frisörsalon, Fernsehstudio, Küche, Elektrozentrale, Schaltzentrale des Regierungsbunkers und vieles mehr. H-J. T. / W. M.